Schuhhandel: 2013 leichtes Plus

vom 25.02.2014

BDSE besorgt wegen Online-Handel und Hersteller-Läden

Der stationäre Schuhfachhandel erzielte nach ersten Berechnungen des Bundesverbands der Deutschen Schuheinzelhandels (BDSE) 2013 ein nominales Umsatzwachstum von rund 1 Prozent. Zwar musste der mittelständische Schuhfachhandel ein überschaubares Minus zwischen 0,5 und 1 Prozent hinnehmen, die großen Schuhfilialisten jedoch erreichten aufgrund der Eröffnung neuer Filialen und der Erweiterung ihrer Verkaufsflächen ein Umsatzplus von schätzungsweise 1 bis 2 Prozent. Vor dem Hintergrund der Wetterkapriolen des vergangenen Jahres könne der Schuheinzelhandel mit dem Resultat noch ganz zufrieden sein, sagte die BDSE-Vorsitzende Brigitte Wischnewski anlässlich der GDS-Pressekonferenz.

Dass Expansion auch schnell in ökonomische Schieflagen führen könne, hätten die vergangenen Jahre gezeigt. Immer wieder komme ein größerer Schuhfilialist ins Straucheln, wenn das Wachstum nicht kontrolliert erfolge oder unternehmerische Fehlentscheidungen getroffen würden. Dessen ungeachtet schreitet die Konzentration im Schuheinzelhandel voran: Während in den vergangenen zehn Jahren der nominale Umsatz im Schuhfachhandel um ein Drittel zulegte, nahm die Zahl der Unternehmen im gleichen Zeitraum um gut ein Viertel ab. Die räumliche Versorgung der Verbraucher mit Schuhen hat unter dem Konzentrationsprozess allerdings nicht gelitten, denn die Zahl der Niederlassungen, also der einzelnen Schuhgeschäfte, blieb mit rund 12.500 bis 13.000 über die Jahre hinweg recht stabil.

Erneut gewachsen ist der Online-Handel mit Schuhen. Zwar lagen die offiziellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes noch nicht vor, doch lässt das bisherige Zahlenmaterial darauf schließen, dass die Umsätze des Online-Verkaufs bei Schuhen auch 2013 leicht zweistellig gestiegen sind. Der BDSE schätzt den Online-Marktanteil bei Schuhen auf mittlerweile rund 12 Prozent.

Flaue Frequenz in den Innenstädten

Der E-Commerce kostet den stationären Handel nicht nur Umsatz, sondern auch Kundenfrequenz: Denn wie jüngst das Institut für Handelsforschung ermittelte, verzichten die Verbraucher – und hier vor allem Frauen – auf Grund des Internet-Shoppens auf den einen oder anderen Besuch in der Innenstadt überhaupt. Dies führt letztlich zu Frequenzeinbußen in den Einkaufsstraßen. So litten auch die Schuhgeschäfte im vergangenen Jahr erneut unter einer schwächelnden Besucherzahl. Bei etwa zwei Dritteln der Schuhfachhändler war die Zahl der Kunden rückläufig.

Nur über verstärkte Verkaufsanstrengungen und einen höheren Kaufbetrag pro Kunde konnte diese Frequenzschwäche kompensiert werden. Hilfreich war zudem, dass die Durchschnittspreise im Schuhfachhandel 2013 stiegen. Offenbar hat sich die Sortimentsstruktur in den Ladengeschäften zugunsten der oberen Preislagen verschoben.

Wettbewerb im Internet bereitet Sorgen

Obgleich zahlreiche stationäre Schuhhändler selbst einen Web-Shop unterhalten, bereiten die Verkaufsaktivitäten im Internet vielen Unternehmen Sorge, sagte Wischnewski. Dies umso mehr, als nicht nur Zalando, Amazon & Co. wüchsen, sondern auch der eine oder andere Schuhhersteller dem Einzelhandel im Internet direkte Konkurrenz mache. Wischnewski: „Nur einen Einkaufsklick weit entfernt vom eigenen Schuhsortiment und häufig mit einem preisorientierten Marketing verbunden, nehmen die Marken-Shops dem Fachgeschäft Umsätze weg.“

Aber auch im stationären Absatzkanal werde der Wettbewerb zwischen Herstellern und Einzelhändlern rauer. Dies drücke sich etwa darin aus, dass freie Verkaufsflächen am Standort eines Handelspartners von Markenlieferanten angemietet und dann als Retail- Store in Eigenregie betrieben würden.

Darüber hinaus mieteten sich offenbar immer mehr Schuhmarken in Factory Outlet Centern (FOCs) ein, so Wischnewski. Unproblematisch für den Schuhhandel seien jegliche Fabrikverkäufe, die sich auf fehlerhafte und entsprechend gekennzeichnete Ware beschränkten. Die Toleranz des Handels ende aber immer dort, wo sein laufendes Geschäft über Gebühr beeinträchtigt werde, beispielsweise indem in den FOCs aktuelle Saisonware angeboten wird oder Lieferanten gezielt Ware für FOCs produzieren. Diese Form der Outlet-Bewirtschaftung könne der Schuhhandel nicht hinnehmen.

2014: Schuhhandel mit Zuversicht

„Vor dem Hintergrund des durchwachsenen Geschäftsverlaufs in 2013 blicken die Unternehmen des Schuheinzelhandels mit Zuversicht auf das vor uns liegende Jahr“, sagte die BDSE-Vorsitzende. Wie die Marktforscher der GfK erst kürzlich wieder ermittelten, ist die Konsumstimmung der Verbraucher auf einem ausgesprochen guten Niveau. Auch der überaus hohe Beschäftigtenstand und die Prognose eines sich fortsetzenden Wirtschaftsaufschwungs in Deutschland lassen Positives für die Einzelhandelsumsätze erwarten. Und der Ifo-Index der „Geschäftserwartungen für den Einzelhandel mit Schuhen“ rutschte im Januar 2014 erstmals seit zwölf Monaten wieder in den positiven Bereich.

So rechnet der BDSE damit, dass die Konsumenten ihr Geld in diesem Jahr wieder gerne und verstärkt auch für Schuhe ausgeben. „Ein nominales Umsatzwachstum des Schuheinzelhandels von 2 Prozent betrachten wir als durchaus realistisches Ziel.“