Schuhhandel benötigt weniger Fläche

vom 07.09.2018

Einzelhandelsstudie: 75 Prozent prognostizieren Rückgang der Flächennachfrage

Der Optimismus im stationären Einzelhandel hat gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Rund 52 Prozent der befragten Entscheidungsträger des Einzelhandels erwarten für das zweite Halbjahr 2018 steigende Umsätze im Vergleich zur Vorjahresperiode (2017: 43 Prozent). Dies geht aus einer Befragung von Handelsexperten für den Hahn Retail Real Estate Report 2018/2019 hervor. Mit zumindest stabilen Umsätzen rechnen 37 Prozent (2017: 49 Prozent). Umsatzrückgänge erwarten nur 11 Prozent der Einzelhändler (2017: 8 Prozent).

In Bezug auf die Flächennachfrage planen die Vertreter der Branchen Hobby/Freizeit und Gastronomie für die kommenden zwölf Monate besonders häufig mit einem Anstieg. So berichten 100 bzw. 80 Prozent von einer steigenden Flächennachfrage. Ebenfalls expansiv eingestellt sind die Branchen Lebensmittel und Drogerie, die zu 44 bzw. 33 Prozent von einer zunehmenden Flächennachfrage ausgehen. Tendenziell weniger Fläche fragen insbesondere die Branchen Schuhe/Accessoires und Gesundheit/Beauty nach. Rund 75 bzw. 50 Prozent der Befragten prognostizieren hier einen Rückgang der Nachfrage.

Die Veränderung des Konsumverhaltens wird von über der Hälfte der befragten Einzelhändler als größtes wirtschaftliches Risiko der kommenden zwölf Monate eingestuft. Respekt vor dieser Entwicklung haben u.a. die Handelsbranchen Bekleidung, Schuhe/Accessoires sowie Unterhaltungselektronik, wohingegen Lebensmittel- und Drogeriemarkthändler für die Zukunft kaum einen Wandel des Einkaufsverhaltens ihrer Kunden sehen. Die zuletzt genannten Branchen sind auch diejenigen, die sich mit ihren stationären Dependenzen gut gegenüber dem Online-Handel aufgestellt fühlen, da sie diesen nur zu 13 und 33 als potenziellen Risikofaktor einstufen. Insgesamt schätzen rund 47 Prozent der Einzelhändler E-Commerce als Risiko ein. Weitere 38 Prozent sehen steigende Immobilienkosten als kritisch an.