Schuhindustrie: Gewerkschaft fordert sechs Prozent

vom 05.09.2014

HDS/L nennt Forderungen „deutlich überzogen“

Die knapp 13.500 Beschäftigten der deutschen Schuhindustrie wollen mehr Geld. Zum 1. Oktober peilt die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um sechs Prozent an. Den Forderungen erteilt die Arbeitgeberseite bereits im Vorfeld der Tarifrunde – sie beginnt am 30. September – eine klare Absage. Für „deutlich überzogen“ hält Manfred Junkert (54) den Vorschlag aus Hannover. Als Argument führt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Schuh- und Lederwarenindustrie (HDS/L) die internationalen Krisenherde und die sich eintrübende Konjunkturentwicklung ins Feld. Dem hält Tarifsekretär Frieder Weißenborn entgegen. Deutsche Markenartikel seien gefragt, das gute Konjunkturklima spiele der Branche in die Karten. Ein hoher Beschäftigungsgrad, Kaufkraft und Konsumneigung hätten zu Investitionen geführt, vor allem bei den Sportartikelherstellern, hat Weißenborn beobachtet.

Der Forderungskatalog beinhaltet außerdem eine überproportionale Anhebung der Ausbildungsvergütung. Dadurch erhofft sich der Gewerkschaftssekretär einen zusätzlichen Anreiz, um junge Menschen für die Branche zu gewinnen. Dritter Punkt ist eine einheitliche Regelung zu den Einstiegsgehältern für kaufmännische und technische Angestellte. Nach den Vorstellungen der IG BCE soll der neue Tarifvertrag für zwölf Monate gelten. Sollten die Verhandlungen, die in Offenbach am Main stattfinden, scheitern, schließt die Gewerkschaft Warnstreiks nicht aus. (zwi)