Schuhpark Fascies stellt Insolvenzantrag

vom 09.01.2019

Warendorfer Schuhfilialist will sich in Eigenverwaltung neu aufstellen

Die Schuhpark Fascies GmbH aus Warendorf in Nordrhein-Westfalen, einer der führenden Schuhhändler Deutschlands, hat heute beim zuständigen Amtsgericht in Münster einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht hat diesem entsprochen und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet.

Aufgrund einer schwierigen Markt- und Wettbewerbssituation, nicht zuletzt begründet durch den heißen Sommer 2018 sowie veränderter Rahmenbedingungen wie die zunehmende Abkehr des Kunden zugunsten des Online-Handels, beabsichtigt das Unternehmen, sich für die Zukunft neu aufzustellen. Die Schuhpark Fascies GmbH nutzt dabei die seit dem 1. März 2012 geltenden gesetzlichen Möglichkeiten, die zur Restrukturierung und Sanierung erforderlichen Maßnahmen eigenverantwortlich zu erarbeiten und kurzfristig umzusetzen.

„Dieser Schritt ist unsere beste Möglichkeit, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und den langfristigen Fortbestand unseres Unternehmens im Interesse aller Beteiligten sicherzustellen“, sagt Unternehmensgründer und Geschäftsführer Bernhard Fascies, der das Unternehmen auch in der Eigenverwaltung führt. Unterstützung erhält er dabei von den Restrukturierungsexperten Dr. Georg Bernsau und Andreas Pantlen von der überregional tätigen Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff, die in die Geschäftsführung eintreten und die operative Restrukturierung verantworten werden. Der Münsteraner Rechtsanwalt und Sanierungsexperte Stephan Michels wird als vom Gericht eingesetzter vorläufiger Sachwalter die Geschäftsführung in der Eigenverwaltung überwachen und die Gläubigerinteressen wahren.

„In den kommenden Wochen werden wir Gespräche mit allen wesentlichen Beteiligten aufnehmen und einen Plan zur Neuaufstellung des Unternehmens erarbeiten“, erläutert Rechtsanwalt Dr. Georg Bernsau, der bereits eine Vielzahl von Unternehmen erfolgreich bei ihrer Sanierung begleitet hat. Positiv wertet er den Umstand, dass das Unternehmen den Restrukturierungskurs rechtzeitig eingeschlagen und professionell vorbereitet hat.

Der Geschäftsbetrieb in den bundesweit 89 Filialen läuft auch im Eigenverwaltungsverfahren unverändert fort. Lieferantenbeziehungen würden in keiner Weise beeinträchtigt, teilte das Unternehmen mit. „Die Geschäfte bleiben geöffnet, unsere Kunden werden auch weiterhin wie bewährt bedient“, betont Bernhard Fascies. Das Unternehmen hat schon zu Jahresanfang damit begonnen, mit besonderen Verkaufsaktionen die Sanierung zu begleiten. „Auch in den nächsten Wochen ist mit attraktiven Sonderaktionen zu rechnen“, so Fascies weiter.

Die insgesamt mehr als 900 Mitarbeiter, deren Löhne und Gehälter für drei Monate durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert sind, wurden heute über die aktuelle Situation und das weitere Vorgehen informiert.

Infos zu Schuhpark Fascies

Mit heute insgesamt 89 Filialen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein gehört der Schuhpark zu den führenden Schuhhändlern Deutschlands. Das Sortiment beinhaltet Damen-, Herren- und Kinderschuhe im mittleren Preissegment. In Warendorf wird eine Zentrale mit einem modernen Zentrallager betrieben. Die Schuhpark Fascies GmbH beschäftigt 912 Mitarbeiter, davon arbeiten 116 im Zentrallager sowie der Logistik und 33 in der Verwaltung. Die Flagshipstores befinden sich in Bielefeld, Detmold, Münster und Warendorf. Die Schuhpark Fascies GmbH geht zurück auf das Jahr 1975, als der Firmengründer Bernhard Fascies sein erstes Schuhgeschäft in einer alten Weberei in Warendorf eröffnet.