Sympatex:Einstweilige Verfügung gegen Gore

vom 21.04.2017

Streit um Aussagen über Umweltfreundlichkeit von Gore-Tex

Die Zivilkammer 12 des Landgerichts Hamburg hat einer einstweiligen Verfügung der Sympatex Technologies GmbH gegen W.L. Gore & Associates GmbH mit Wirkung zum 12. April 2017 stattgegeben. Demnach darf Gore nicht länger behaupten, dass PTFE – das Grundprodukt von Gore – umweltfreundlich sei, sofern es ohne bedenkliche PFC hergestellt werde – eine Umstellung, die Gore jüngst zumindest für Outdoor-Bekleidung für die kommenden Jahre angekündigt hat. Ebenfalls Teil der einstweiligen Verfügung ist die Aussage des Unternehmens, dass dies wissenschaftlicher Konsens sei.

„Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, nachdem mehrere Aufforderungen, diese wahrheitsverzerrende Aussage zu korrigieren, über Wochen fruchtlos blieben“, erklärt Dr. Rüdiger Fox, CEO von Sympatex Technologies, den Schritt des Unternehmens. „Wenn wir als Zivilgesellschaft zulassen, dass die inzwischen weltweit unübersehbaren ökologischen Kollateralschäden industriellen Handelns in dieser Form verniedlicht werden, gelten wir irgendwann als die Generation, die wissentlich sich nicht ihrer Verantwortung gestellt hat.“

„Nachdem Sympatex am 6. Februar als direkte Reaktion auf unseres Innovationsprogramms eine Pressemitteilung mit dem Titel „Sympatex gratuliert Gore-Tex zum NoPFC-Commitment“ veröffentlicht und uns dabei noch aktiv Hilfe bei der Umsetzung des Innovationsprogramms angeboten hat, ist das Vorgehen jetzt in der Tat ein wenig überraschend“, sagt Markus Wieser, Sprecher von Gore Fabrics, der zu der laufenden rechtlichen Auseinandersetzung nicht öffentlich Stellung nehmen möchte. „Wir stehen nach wie vor zu unserer Position, d.h. wir engagieren uns seit über 30 Jahren aktiv für die Umwelt.“