Wöhrl beantragt Eröffnung des Insolvenzverfahrens

vom 30.11.2016

Investorensuche soll bis Ende 2016/Anfang 2017 abgeschlossen werden

Der Vorstand des Modehandelsunternehmen Wöhrl hat mit Ablauf des dreimonatigen Schutzschirmverfahrens am 30. November beim Amtsgericht Nürnberg Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung ab 1. Dezember für die Rudolf Wöhrl AG als Obergesellschaft der Gruppe und für deren 100-prozentige Tochtergesellschaft Rudolf Wöhrl, das Haus der Markenkleidung GmbH & Co. KG in Nürnberg, gestellt. Zuvor hatten die Gläubigerausschüsse beider Gesellschaften dieser Maßnahme einstimmig zugestimmt. Die Sanierung und Neuausrichtung der Gruppe liege im Rahmen der Planung, heißt es in einer Mitteilung. So sei eine Vielzahl von Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Filialnetzes, zur Verschlankung der Strukturen und zur Reduzierung der Kosten bereits umgesetzt oder eingeleitet worden. Die Geschäftsentwicklung der Gruppe war in den vergangenen Monaten stabil.

Oberstes Ziel in den kommenden Wochen sei es, den laufenden Investorenprozess für die Rudolf Wöhrl AG zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen, teilte das Unternehmen mit. Derzeit befände sich eine einstellige Anzahl von Interessenten – sowohl strategische Adressen als auch Finanzinvestoren - in einer vertieften Unternehmensprüfung (Due Diligence), auf deren Basis verbindliche Angebote zeitnah erwartet werden. Ziel sei es, die Investorensuche bis Ende 2016/Anfang2017 abzuschließen. Die Familie Wöhrl sei unverändert zu einer unternehmerischen Partnerschaft mit einem Investor und zu einem weiteren Engagement als Gesellschafter der Rudolf Wöhrl AG bereit.

Im Laufe des ersten Quartals 2017 werden vier der insgesamt 34 Wöhrl-Standorte (Nürnberg-Langwasser, Roth, München Einkaufszentrum PEP und Berlin Potsdamer Platz) geschlossen, bei denen auch langfristig kein ausreichendes Umsatz- und Ertragspotenzial vorhanden sei. Zudem wurde die Schließung von Wöhrl-Outlets beschlossen. Darüber hinaus befindet sich der Vorstand in Verhandlungen über die Reduzierung der Mieten in allen Filialen und in der Zentrale.

Parallel dazu hat Wöhrl die Modernisierung des Filialnetzes vorangetrieben. Aktuell finden Modernisierungen an acht Standorten statt (Flagship-Store in Nürnberg sowie Filialen in Würzburg, Passau, Weiden, Straubing, Landshut, Schweinfurt und Regensburg). Mitte November fand nach mehr als einem Jahr Bauzeit die Neueröffnung Filiale im Einkaufszentrum Fürther Freiheit statt.