Zalando zügelt Wachstumstempo nicht

vom 01.03.2017

Online-Händler übernimmt Basketball-Spezialisten Kickz

Zalando will auch 2017 weiter schnell wachsen und den Umsatz um 20 bis 25 Prozent steigern. 2016 steigerte der Online-Modehändler seinen Umsatz um 23 Prozent auf 3,639 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT stieg im gleichen Zeitraum auf 216,3 Millionen Euro, was einer Marge von 5,9 Prozent entspricht.

„Wir investieren, um schnell zu wachsen. Deshalb sind wir sehr stolz darauf, dass wir unser Geschäft profitabel ausgebaut haben“, sagte Co-CEO Rubin Ritter. „Wir entwickeln das ‚Betriebssystem‘ für die Modeindustrie und investieren in ein einzigartiges und reibungsloses Kundenerlebnis, um in Zukunft weiter Marktanteile zu gewinnen.“ Gleichzeitig kündigte Ritter an, dieses Jahr mehr als 2000 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Zalando zählte im vergangenen Jahr rund 20 Millionen Kunden – ein Zuwachs von rund 11 Prozent – die zunehmend von mobilen Endgeräten bei Zalando eingekauft haben. Das Sortiment wurde im vergangenen Jahr vergrößert und das Service-Angebot bei der Zustellung und Rückgabe von Artikeln verbessert.

Die technologische Infrastruktur und das eigene Logistiknetzwerk sind für das Wachstum von Zalando von wichtiger Bedeutung. Das Berliner Unternehmen hat im vergangenen Jahr die Anzahl der Mitarbeiter im Technologie-Team von rund 1000 auf über 1600 ausgebaut. Das europäische Logistiknetzwerk wird mit Logistikstandorten der Größenordnung zwischen 20.000 und 30.000 Quadratmetern in Frankreich und Schweden sowie einem Logistikzentrum mit rund 130.000 Quadratmetern in Polen erweitert.

Der Investitionsaufwand lag im vergangenen Geschäftsjahr ohne Unternehmenszukäufe bei 181,7 Millionen Euro und umfasste vor allem Investitionen in die Infrastruktur, den Ausbau der Automatisierung und selbst entwickelte Software. Zalando erwartet auch für das laufende Geschäftsjahr 2017 Investitionen in Höhe von rund 200 Millionen Euro in den gleichen Bereichen.

Zu Beginn dieser Woche hat Zalando den Kauf des Retail-Geschäfts der Kickz AG mit Sitz in München vereinbart. Kickz ist der führende Multichannel-Einzelhändler für Basketball und betreibt neben einem Online-Shop 15 Läden in Deutschland. Mit dem Zukauf will Zalando das Sport- und Lifestyle-Segment stärken, insbesondere im Bereich Basketball. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der fusionskontrollrechtlichen Freigabe durch die Wettbewerbsbehörden in Deutschland und Österreich. Mit dem Vollzug der Transaktion wird in der ersten Jahreshälfte 2017 gerechnet. Alle Parteien haben zu den finanziellen Einzelheiten Stillschweigen vereinbart.