Zero stellt Insolvenzantrag

vom 01.04.2016

Bremer Modehändler betreibt 100 Shops sowie 290 Shop-in-Stores

Die Zero-Firmengruppe, mit Hauptsitz in Bremen, hat Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für alle wesentlichen deutschen Gesellschaften des Modeunternehmens gestellt. Das Unternehmen wurde 1967 gegründet und entwirft, produziert und verkauft Damenmode in eigenen Stores sowie in Shop-in-Shop-Kooperation in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Jahresumsatz erreichte zuletzt ca. 100 Millionen Euro. Insgesamt beschäftigt die Zero-Gruppe rund 1000 Mitarbeiter. Für die Zero-Tochtergesellschaften in Österreich und der Schweiz wurden bislang keine Insolvenzanträge gestellt.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Geschäftseinheiten im Modehandel, darunter rund 100 Zero-Shops sowie rund 290 Shop-in-Stores in Deutschland, wurde Dr. Malte Köster aus der Kanzlei Willmerköster bestellt. Vorläufiger Verwalter der Holding-Gesellschaft sowie der entsprechenden zugeordneten Logistik- und Beschaffungsgesellschaften wurde Tim Beyer aus der Kanzlei Schultze & Braun.

Die Mitarbeiter wurden bei einer Mitarbeiterversammlung am heutigen Freitag über den aktuellen Stand der Dinge und die nächsten Schritte informiert. In einer ersten Stellungnahme kündigten Köster und Beyer an, dass der laufende Geschäftsbetrieb bis auf weiteres fortgeführt werde. Die beiden vorläufigen Insolvenzverwalter teilten zudem mit, dass die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter bis Ende Mai über das Insolvenzgeld abgesichert seien. Köster und Beyer erklärten weiter: „In den kommenden Tagen stehen vor allem die Stabilisierung des Geschäfts und Gespräche mit Lieferanten und Handelskunden im Vordergrund. Dabei wird es darum gehen, uns ein vollständiges Bild der Situation des Unternehmens zu verschaffen und Zukunftsperspektiven zu erörtern.“

Hintergrund der finanziellen Schieflage der Zero-Firmengruppe seien die gravierenden Veränderungen innerhalb der Modebranche, die zu hohem Wettbewerbsdruck und Umsatzrückgängen speziell im mittleren Marktsegment geführt hätten. So drängten zahlreiche internationale Modekonzerne auf den deutschen Modemarkt, gleichzeitig sei der Preisdruck durch Fashion-Discounter gestiegen. Darüber hinaus habe sich das Kaufverhalten der Kunden in den letzten Jahren stark verändert und vom stationären Handel hin zum Online-Handel verlagert.

Reinhard Fischer, geschäftsführender Gesellschafter der Zero-Gruppe, erklärte: „Wir haben verschiedene Ansätze vorangetrieben, um die Firmengruppe in einem schwierigen Branchenumfeld neu auszurichten, wie etwa die Marke Zero mit einem neuen, design-orientierten Store-Konzept zu stärken. Zudem wurde der Online-Shop neu aufgebaut. Die eingeleiteten Maßnahmen reichten jedoch nicht aus, um die hohen Belastungen durch Umsatzrückgänge sowie ungünstige Kostenstrukturen, unter anderem durch langjährige Mietverträge, zu kompensieren. Nach einem erneut negativen Geschäftsergebnis im Jahr 2015 und einem schwachen Geschäftsverlauf im ersten Quartal 2016 mussten wir aber letztlich erkennen, dass wir nicht mehr in der Lage sind, die nötigen Mittel zur umfangreichen Sicherung der Gruppe aufzubringen. Mit dem Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens verbinden wir jetzt auch die Hoffnung auf einen Neuanfang.“