Betroffene Standorte stehen jetzt fest

Betroffene Standorte stehen jetzt fest

Nach wochenlangem Bangen bei den Beschäftigten und den den betroffenen Städten hat der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof die Standorte der 62 Filialen bekanntgegeben, die geschlossen werden sollen. Insgesamt werden rund 6000 Stellen gestrichen. Der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz nannte die Schließungen einen „schmerzhaften Einschnitt“, doch für die Filialen gäbe es „keine wirtschaftliche Fortführungsperspektive mehr“.

Die von den Schließungen betroffenen Filialen im Einzelnen:

  • In Berlin werden sechs von elf Filialen geschlossen. Es sind die Karstadt-Häuser Charlottenburg, Gropius-Passage, Müllerstraße und Tempelhof sowie die Kaufhof-Filialen Hohenschönhausen und Ringcenter. Außerdem soll die geplante Filiale in Tegel nicht eröffnet werden.
  • In Nordrhein-Westfalen werden gleich 18 Filialen dicht gemacht. Gleich doppelt trifft es die Standorte Essen, Dortmund und Düsseldorf (Kaufhof Schadowstraße, Karstadt Wehrhahn), wo jeweils ein Karstadt- und ein Kaufhof-Standort geschlossen werden. Außerdem machen die Karstadt-Läden in Bielefeld, Bonn, Gummersbach, Gütersloh, Iserlohn und Mönchengladbach-Rheydt, sowie die Galeria-Kaufhof-Filialen in Brühl, Hamm, Köln-Weiden, Leverkusen, Neuss und Witten zu.
  • In Niedersachsen sind die Karstadt-Filialen in Goslar und Hannover (Georgstraße) sowie die Galeria-Kaufhof-Filialen in Braunschweig und Osnabrück betroffen.
  • In Hamburg fallen vier von sieben Standorten den Schließungen zum Opfer. Die Galeria-Kaufhof-Filialen im AEZ und auf der Mönckebergstraße sowie die Karstadt-Läden in Bergedorf und Wandsbek.
  • In Bremen trifft es das Kaufhof-Haus und die Karstadt-Filiale in Bremerhaven.
  • Kahlschlag in Schleswig-Holstein: Mit Ausnahme des Standorts Kiel sollen alle Häuser im Land schließen. Betroffen sind die vier Karstadt-Filialen in Flensburg, Lübeck, Neumünster, Norderstedt
  • In Hessen ist Frankfurt gleich von zwei Schließungen betroffen. Neben dem Karstadt-Haus auf der Zeil trifft es auch die Kaufhof-Filiale im Hessen-Center. Außerdem sollen die Karstadt-Filiale im Sulzbacher Main-Taunus-Center und das Kaufhof-Geschäft in Fulda schließen. Betroffen sind auch die Schnäppchencenter in Gießen und (nur temporär betrieben) Frankfurt.
  • Sechs Filialen des Kaufhaus-Konzerns werden in Bayern geschlossen. In München sind es die Karstadt-Geschäfte am Nordbad und im OEZ sowie die Kaufhof-Filiale am Stachus. Hinzu kommen die Kaufhof-Filialen in Ingolstadt und die Karstadt-Filialen in Nürnberg und Nürnberg-Langwasser.
  • In Baden-Württemberg sollen fünf Geschäfte schließen: die Kaufhof-Filialen in Göppingen, Mannheim und Stuttgart-Bad Cannstatt sowie die Karstadt-Filialen in Leonberg und Singen.
  • In Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind die Kaufhof-Stores in Landau, Neunkirchen und Worms sowie die Karstadt-Filialen in Mainz und Trier (Simeonstraße) betroffen.
  • In den ostdeutschen Bundesländern werden künftig vier Kaufhäuser wegfallen. Es sind dies die Kaufhof-Filialen in Chemnitz und Neubrandenburg sowie die Karstadt-Häuser in Dessau und Potsdam. Erhalten bleibt hingegen das Karstadt-Stammhaus in Wismar.

Zuvor hatte sich das Unternehmen mit dem Gesamtbetriebsrat und der Gewerkschaft Verdi geeinigt. Für die verbleibenden Mitarbeiter der übrigen Filialen tritt ab 1. Juli der Integrations-Tarifvertrag wieder in Kraft, der nach der Fusion von Karstadt und Kaufhof geschlossen wurde und bis zur Corona-Krise galt. Die für 2020 und 2021 geplanten Gehaltserhöhungen werden in Freizeit statt in Geld abgegolten.

Aufgrund von Umsatzeinbußen durch die Coronakrise in Höhe von 80 Millionen Euro pro Woche rettete sich der Konzern mit insgesamt 28.000 Mitarbeitern Anfang April unter einen Schutzschirm.