Adidas-Vorstandschef Kasper Rorsted

Sportartikelkonzern zahlt KfW-Kredit vorzeitig zurück

Sportartikelkonzern zahlt KfW-Kredit vorzeitig zurück

Adidas ist wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der Sportartikelkonzern verbuchte im dritten Quartal einen Gewinn von 578 Millionen Euro. Das waren zwar zehn Prozent weniger als Vorjahr, aber das Ergebnis fiel wesentlicher besser aus als noch im zweiten Quartal, als Adidas in die roten Zahlen gerutscht war. Der Umsatz lag bei rund 6,0 Milliarden Euro, sieben Prozent unter dem im Vorjahresquartal (6,4 Milliarden Euro), sagte Vorstandsvorsitzender Kasper Rorsted.

Damit ist Adidas noch längst nicht auf dem Niveau des Vorjahres. In den ersten neun Monaten dieses Jahres erzielte der Sportartikelkonzern einen Gewinn von 291 Millionen Euro und einen Umsatz von 14,3 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum war es deutlich mehr: In den ersten drei Quartalen 2019 machte Adidas noch einen Gewinn von 1,7 Milliarden Euro. Der Umsatz ging im Vergleich um 18 Prozent zurück.

Während noch im zweiten Quartal die meisten eigenen Einzelhandelsgeschäfte geschlossen bleiben mussten, waren im dritten mehr als 90 Prozent geöffnet. Das Kundenaufkommen in den Stores nahm ebenfalls weiterhin zu, blieb jedoch nach wie vor deutlich unter dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig blieben die Konversionsraten hoch. Grund dafür war die stärker ausgeprägte Kaufabsicht der Konsumenten beim Besuch der Stores.

Trotz der anhaltend hohen Zahl geöffneter Stores setzte sich das außerordentliche Wachstum im E-Commerce-Bereich fort. Das Unternehmen verzeichnete einen Anstieg von 51 Prozent. Dieses Wachstum ging einher mit einer starken Erhöhung des Anteils der Verkäufe zum vollen Preis. Das Direct-to-Consumer-Geschäft des Unternehmens stieg insgesamt um 13 Prozent und machte 35 Prozent des Gesamtumsatzes im dritten Quartal aus. Auch das Großhandelsgeschäft verzeichnete eine starke Verbesserung, blieb jedoch unter Vorjahr.

Für das vierte Quartal 2020 bleibt die Prognose des Sportartikelherstellers verhalten, da Adidas bereits die Verschärfung der Coronaregeln in verschiedenen europäischen Ländern zu spüren bekommt – inklusive Ladenschließungen etwa in Frankreich oder Großbritannien. Aktuell rechnen die Herzogenauracher mit einem Gewinn von 100 bis 200 Millionen Euro – unter der Voraussetzung, dass keine weiteren Lockdowns kommen und mehr als 90 Prozent der Adidas-Ladengeschäfte weltweit geöffnet bleiben.

Einen zu Beginn der Coronakrise von der staatlichen Förderbank KfW bereitgestellten Kredit in Höhe von 500 Millionen Euro konnte das Unternehmen bereits im Oktober zurückzahlen. Zudem hat ein Bankenkonsortium weitere Kredite in Höhe von 1,5 Milliarden Euro zugesichert, sollte kurzfristig Liquidität nötig werden.