Neuer Eigentümer Zeitfracht will über 130 Filialen weiterbetreiben

Neuer Eigentümer Zeitfracht will über 130 Filialen weiterbetreiben

Die Haibacher Textilkette Adler Modemärkte hat ihr Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gut sieben Monate nach Antragstellung am 31. August beendet. Nach der Umsetzung des Insolvenzplans ist die Zeitfracht-Gruppe aus Berlin neuer 100-prozentiger Eigentümer des Modehändlers. Gut 130 Filialen in Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz werden fortgeführt, mehr als 2.600 Arbeitsplätze konnten gerettet werden. Bis zu 500 Arbeitsplätze fallen in den rund 30 geschlossenen Filialen weg. Nach derzeitigem Stand blieben 137 Filialen geöffnet, sagte ein Unternehmenssprecher des neuen Eigentümers Zeitfracht Logistik Holding GmbH. Die Schließungen seien ein noch laufender Prozess, betroffen seien Filialen in Deutschland.

Das Insolvenzverfahren war im Januar beantragt und am 1. Juli eröffnet worden. Der Antrag war Folge des Corona-bedingten Lockdowns, der im vierten Quartal 2020 zur behördlich angeordneten Schließung nahezu aller Adler-Standorte führte. „Der Abschluss eines Insolvenzverfahrens dieser Größe und Komplexität nur gut sieben Monate nach Antragstellung und zwei Monate nach Eröffnung dürfte beispiellos sein“, erklärte der Adler-Generalbevollmächtigte Christian Gerloff.

Die Berliner Unternehmensgruppe Zeitfracht war im Textileinzelhandel bislang nicht vertreten. Sie ist auf Logistiklösungen spezialisiert und als Buchgroßhändler aktiv. Helfen bei der Sanierung von Adler soll der Ausbau des Onlinegeschäfts. Außerdem soll es in den Adler-Filialen künftig mehr zu kaufen geben: Laut Zeitfracht führen die Adler-Märkte bereits heute ein großes Sortiment an Nicht-Textilien, das Angebot soll noch erweitert werden.