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Über 260 regionale Händler sehen Substanz des Einzelhandels gefährdet

Über 260 regionale Händler sehen Substanz des Einzelhandels gefährdet

Das Aktionsbündnis #handelstehtzusammen, das bislang von über 260 regionalen und überregionalen, vor allem in Baden-Württemberg ansässigen Fachhändlern wie Reischmann Mode oder Schuhhaus Werdich unterstützt wird, fordert eine sofortige oder sehr zeitnahe Wiedereröffnung des derzeit geschlossenen stationären Einzelhandels oder angemessene Entschädigungen. Der neuerliche Lockdown habe die Substanz sowie die Geschäftsgrundlage zahlreicher Händler dramatisch erschüttert.

Die unterzeichnenden Unternehmen würden den Ernst der Lage erkennen und seien bereit alle notwendigen Maßnahmen zu treffen, um das Infektionsgeschehen einzudämmen, kritisieren aber die Beschlüsse der Regierung, heißt es in einer Mitteilung. Und weiter: „Die privat geführten mittelständischen Handels-Unternehmen kämpfen um ihr Überleben und sind äußerst besorgt aufgrund der aktuell angeordneten Ladenschließungen für den Einzelhandel. Ganz besonders schmerzhaft ist der Wegfall des Weihnachtsgeschäfts. Das war Grund genug uns zu fragen, ob die politischen Maßnahmen richtig sind. Die Politik stellt es derzeit so dar, als gäbe es beim Einkaufen ein nennenswertes Infektionsrisiko. Deshalb wurden die meisten Einzelhandelsgeschäfte einer Zwangsschließung unterworfen.“

Eine Umfrage bei den unterzeichnenden Unternehmen hätten allerdings ein genau gegenteiliges Bild ergeben: Die Infektionszahlen bei den Mitarbeitern in den Einzelhandelsbetrieben seien „sehr deutlich unterdurchschnittlich“. Man wisse von keinem Fall, in dem sich ein Mitarbeiter bei der Arbeit angesteckt habe. Die „aufwändigen Hygienemaßnahmen“ hätten das Einkaufen „äußerst sicher“ gemacht.

„Wir können die Schließung der Einzelhandelsbetriebe nur unter der Prämisse nachvollziehen, dass das Symbol „Schließung der Läden“ für die Bevölkerung weithin sichtbar ist und möglicherweise einen Effekt auslöst. Die Existenz vieler Händler, Mitarbeiter und gewachsener Einkaufsstrukturen werden der Symbolik dieser Maßnahme geopfert“, heißt es in der Mitteilung.

Zeitgleich seien die angebotenen Entschädigungen der Überbrückungshilfe III „willkürlich, ungerecht und völlig unzureichend“. Die Hilfen kompensierten nicht annähernd die Verluste im Schließungszeitraum und seien lediglich ein Ersatz für einen kleinen Teil der Betriebskosten. Die Situation im Einzelhandel werde sich bis zum Frühjahr weiter zuspitzen. Nachdem bereits in den vergangenen Monaten zahlreiche renommierte Unternehmen in die Insolvenz bzw. Schutzschirmverfahren gegangen seien, würden in den kommenden Wochen weitere Firmen vor dem Aus stehen. Das Aktionsbündnis habe im Austausch mit der Politik feststellen müssen, dass hier oftmals das Bewusstsein für die Nöte des Einzelhandels und die daraus resultierenden mittelfristigen Auswirkungen auf die Innenstädte fehle.