Wer mit dem Auto kommt, bleibt länger in der City

Wer mit dem Auto kommt, bleibt länger in der City

Laut einer Kundenbefragung des BTE aus den beiden ersten März-Wochen in insgesamt zehn Städten kamen 54 Prozent der befragten City-Besucher mit dem Pkw in die City, 31 Prozent mit dem ÖPNV und zehn Prozent zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Je nach Wohnort der Besucher gibt es jedoch starke Abweichungen. Während auswärtige Gäste zu 68 Prozent mit dem Pkw und nur zu 25 Prozent mit dem öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) anreisen, nutzen in der Stadt ansässige Besucher das eigene Auto nur zu 40 Prozent und immerhin zu 37 Prozent den ÖPNV. Bei den Stadtbewohnern ist zudem noch die Anreise mit dem Fahrrad (12 Prozent) und zu Fuß (9 Prozent) bedeutsam.

Wie wichtig die Erreichbarkeit mit dem Pkw für den Handel in den Städten ist, zeigt auch der Blick auf die Kaufquote. Diese lag bei den Pkw-Kunden mit 48 Prozent mit Abstand am höchsten. Deutlich geringer war die Kaufrate bei der Anreise per ÖPNV (38 Prozent), mit dem Fahrrad (37 Prozent) und zu Fuß (33 Prozent).

Pkw-Kunden genießen den City-Besuch zudem meist als Gemeinschaftserlebnis. Mehr als zwei Drittel dieser Gäste reisen mindestens zu zweit an, bei 17 Prozent sitzen sogar drei und mehr Personen im Auto. Dagegen dominiert bei den anderen Verkehrsmitteln die Einzel-Anreise, und zwar beim Fahrrad mit 67 Prozent, zu Fuß mit 57 Prozent sowie bei Bus und Bahn immerhin noch mit 48 Prozent.

Entscheidend für den Handel ist aber die Erkenntnis, dass Pkw-Nutzer überdurchschnittlich lang in den Cities verweilen und mehr einkaufen. Immerhin ein Viertel bleiben mindestens drei Stunden, knapp ein Drittel kauft dann mindestens vier Teile im Textil- und Schuhhandel. ÖPNV-Kunden bleiben dagegen zu 94 Prozent maximal zwei Stunden und kaufen dann maximal drei Artikel. Ähnlich unterdurchschnittlich waren die entsprechenden Werte bei den Kunden, die zu Fuß oder per Fahrrad anreisten.

Für den BTE ist damit klar, dass die Erreichbarkeit der Cities mit dem eigenen Pkw auch in Zukunft gewährleistet werden müsse, um die wirtschaftliche Basis des Textil- und Outfithandels und damit auch die Funktion der Innenstädte und ihre Finanzierung als Ort der Begegnung und Kultur zu sichern. Ein paralleler Ausbau des ÖPNV sei zwar erforderlich und aus Sicht des BTE auch wünschenswert, er werde aber die Bedürfnisse der Auto-Nutzer schon aus Kapazitätsgründen nicht vollständig ersetzen können. Dies betreffe vor allem die Kunden aus dem Umland, die oft schon aus verkehrslogistischen Gründen kaum auf Bus und Bahn ausweichen könnten.