Deutscher Schuhmarkt unter Druck

vom 17.07.2019

Studie: Wachstum nur bei Sport- und Freizeitschuhen

Der deutsche Schuhmarkt steht unter Druck. Nachdem der Markt in den vergangenen Jahren zwar gering, aber kontinuierlich wachsen konnte, musste er 2018 einen Dämpfer hinnehmen, so das Ergebnis der Studie „Branchenfokus Schuhe“ des IFH Köln und der BBE Handelsberatung. Das Marktvolumen ging danach leicht auf insgesamt 9,7 Milliarden Euro zurück. Die Gründe sind vielfältig. Während sich auf der einen Seite die ungewöhnlichen Wetterverhältnisse des vergangenen Jahres auch auf den Schuhmarkt ausgewirkt haben, kommen auf der anderen Seite Überangebot und Preiswettbewerb hinzu. „Konsumenten haben im vergangenen Jahr zwar nicht oder nur kaum weniger Schuhe gekauft, dafür aber zu niedrigeren Preisen“, erklärt Marktexperte Hansjürgen Heinick vom IFH Köln einen Grund für den Umsatzrückgang.

Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des deutschen Schuhmarktes liegt seit 2012 bei 0,7 Prozent. Wie in den vergangenen Jahren, zeigen vor allem Sneaker eine dynamische Entwicklung. Diese sind mittlerweile zum Alltagsschuh geworden – und dass nicht nur für die Freizeit. Im Vergleich zu 2012 hat sich der Umsatz mit Sneaker mehr als verdoppelt und erreicht 2018 fast zwei Milliarden Euro. Verantwortlich hierfür sind – wie in den übrigen Schuhsortimenten auch – vor allem weibliche Kundinnen. Neben Sneakern verhelfen diese auch Freizeitschuhen mit textiler Oberfläche wie zum Beispiel Espadrilles zu Wachstum. Damen-, Herren- und Kinderschuhe müssen hingegen insgesamt über die vergangenen sechs Jahre hinweg Verluste einstecken.

Der weiter zunehmende E-Commerce setzt den stationären Handel und damit vor allem den traditionellen Fachhandel unter Druck. Hinzu kommt die rückläufige Besucherfrequenz in den Innenstädten, die das Ausscheiden einzelbetrieblicher Schuhfachhändler aus dem Markt beschleunigt. Doch nicht nur der Onlinehandel macht es dem Fachhandel schwer: Sport- und Bekleidungsfachhändler können beim Schuhverkauf kontinuierlich an Bedeutung gewinnen und die Hersteller bauen ihre Onlineaktivitäten vor allem über die steigende Marktplatzpräsenz weiter aus.

„Der Schuhhandel muss attraktiver werden. Ein emotionales Produkt wie Schuhe erfordert ein kaufstimulierendes Umfeld, da tut sich das traditionelle Schuhgeschäft oft schwer“, so Peter Frank, Senior Consultant bei der BBE Handelsberatung.