Nach schlechten Zeiten folgen auch gute Zeiten für vorausschauende Unternehmen

Nach schlechten Zeiten folgen auch gute Zeiten für vorausschauende Unternehmen

Sollte man das grundsätzliche Timing der Order- und Verkaufsrhythmen überdenken und an das reale Einkaufsverhalten der Verbraucher anpassen?

Wir befinden uns in einer sehr außergewöhnlichen und beispiellosen Situation, die die gesamte Schuhbranche vor erhebliche Herausforderungen stellt. Die unerwartete Corona-Krise fordert von uns allen eine große Flexibilität. Sicherlich wird der Abruf der Ware von einigen Kunden später erfolgen. Dennoch muss man sagen, dass sich die Orderrhythmen in der Vergangenheit größtenteils bewährt haben. Aufgrund der Beschaffungsproblematik sollten diese beibehalten werden. Es wird nicht zu schaffen sein, den Order- und Verkaufszyklus einer kompletten Branche zu ändern.

Wie gehen sie mit der derzeitigen Corona-Krise um? Welche Entwicklungen erwarten sie?

Caprice hat in der vergangenen Woche gemeinsam mit den Schwesterunternehmen der Wortmann-Gruppe ein millionenschweres Corona-Unterstützungspaket für ihre Handelspartner vorgelegt. Dieses Paket soll dazu beitragen, die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Handelspartnern zu unterstreichen. Seit vielen Jahren befinden wir uns in einer krisenerprobten und erfahrenen Branche. Deshalb glauben wir auch sehr stark an die Kreativität und Improvisationskunst unserer Partner. Nach schlechten Zeiten folgen auch gute Zeiten für vorausschauende Unternehmen.

Es gibt erste Lieferanten, die komplett auf eine neue F/S-Kollektion 2021 verzichten. Wie ist Ihre Meinung hierzu?

Um in stürmischen Zeiten voranzukommen, müssen die Segel richtig gesetzt werden. Mit einer bestehenden „alten“ Kollektion kann man definitiv nicht in eine neue Saison gehen. Wir sind ein Modeunternehmen. Mode ist eine Momentaufnahme eines Prozesses kontinuierlichen Wandels. Dies bedeutet, sich an die neuesten Trends anzupassen. Deshalb ist eine Neugestaltung der Kollektionen auch in unsicheren Zeiten sehr wichtig, ja existenziell.

Sie bekommen derzeit kein Feedback aus dem Verkauf für die aktuelle F/S-Kollektion. Verändert oder erschwert das Ihre Planungen hinsichtlich der Kollektion F/S 2021?

Caprice ist ein Unternehmen der Wortmann-Gruppe. Wir erhalten unsere Informationen und Anregungen aus den wichtigsten Modemetropolen der Welt. Sicherlich haben die Shutdowns die Informationsbeschaffung etwas erschwert. Dennoch können wir ständig auf einen umfangreichen Fundus an neuen modischen Impulsen zurückgreifen. Die Entwicklung unserer neuen Frühjahr-Sommer-Kollektion 2021 ist bereits abgeschlossen. Momentan läuft schon die Musterproduktion in unseren Produktionsstätten. Der Schuhhandel kann sich wieder auf eine neue, vielfältige und frische Kollektion freuen.

Sind Ihre Lieferketten derzeit unterbrochen? Falls ja, welche Auswirkungen hat dies auf die Produktion?

Natürlich sind die Lieferketten durch die Gesundheitskrise weltweit gestört. Wir verfügen jedoch über eine langjährige und fundierte Erfahrung im Lieferkettenmanagement. Dank einer sehr engen und konstruktiven Zusammenarbeit mit unseren Produktionspartnern konnten sehr schnell Probleme gelöst werden. Frühzeitig wurden in einem Verbund zwischen Fabriken, Beschaffung und Logistik die Weichen gestellt um flexibel auf bestehende Störungen eingehen zu können. Dies hat uns bisher sehr geholfen signifikante Produktionsausfälle zu vermeiden. Nach dem aktuellen Stand werden wir die von unseren Kunden bestellte Ware pünktlich und ordentlich ausliefern.