Der Lederwarenhandel hat während der Coronsa-Krise Umsatz verloren.

Umsätze in den ersten acht Monaten erneut um bis zu 30 Prozent gesunken

Umsätze in den ersten acht Monaten erneut um bis zu 30 Prozent gesunken

Der stationäre Lederwarenhandel hat besonders stark unter der Corona-Pandemie gelitten. Seit Anfang Juni hat das Geschäft mit Ende des Lockdowns zwar merklich angezogen und die Umsätze haben zum Teil sogar wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht und zum Teil sogar übertroffen, die verlorenen Umsätze des ersten Halbjahres sind aber noch lange nicht aufgeholt.

Nach Schätzungen des Handelsverbands Lederwaren (BLE) dürfte die Mehrzahl der Lederwarenspezialisten beim Umsatz aufgelaufen per Ende August etwa 20 bis 30 Prozent unter dem Vorjahr liegen. Dies sei für viele Unternehmen Existenz-bedrohend, schließlich basiere das Umsatzminus bereits auf einem katastrophalen Umsatzrückgang von rund 20 Prozent aus 2020.

Absolut unerklärlich sei in diesem Zusammenhang der für das erste Halbjahr 2021 für den stationären Lederwarenfachhandel veröffentlichte Umsatzrückgang in Höhe von minus 1,1 Prozent durch das Statistische Bundesamt. Eine mögliche Erklärung dafür könnte eine überdurchschnittliche Gewichtung von internationalen Luxus-Lederwaren-Geschäften sein, die anscheinend auch während des Lockdowns (online) weiterhin erfolgreiche ihre begehrten Artikel verkaufen konnten, vermutet der BLE. Für den mittelständischen Lederwarenfachhandel dürften im ersten Halbjahr Umsatzeinbrüche von 30 bis 40 Prozent die Regel sein.

Extrem schwierig ist nach wie vor das Geschäft mit Reisegepäck. 2020 gab es in diesem Segment Einbrüche von bis zu 80 Prozent und mehr. In den letzten Wochen hat die Nachfrage auch hier wieder etwas angezogen, das Niveau von 2019 wird aber lange noch nicht erreicht. Die Umsätze der Vorjahre dürften erst dann wieder zu erreichen sein, wenn die Zahl der Flugreisen wieder auf Vor-Corona-Niveau steigt.

Lichtblicke gab es bei Freizeitartikeln und Schulranzen, wo 2021 zum Teil sogar leichte Zuwächse erzielt wurden. Bei Handtaschen war die Nachfrage uneinheitlich, ebenso im Businessbereich. Der Umsatz mit Kleinlederwaren war bislang halbwegs stabil.

Aufgrund des Lockdowns ist ein Gutteil der Umsätze in den Online-Handel abgewandert. Für 2020 schätzt der BLE den Zuwachs im Online-Handel mit Lederwaren auf rund 25 Prozent, in diesem Jahr könnten das Plus aufgrund des längeren Lockdowns aktuell sogar bei mehr als 30 Prozent liegen. Im letzten Jahr dürfte damit der Marktanteil des Online-Handels auf rund 30 Prozent gestiegen sein. Dennoch dürften nach BLE-Schätzungen bislang nur wenig Lederwarengeschäfte als Folge der Corona-Pandemie aufgeben haben. Detaillierte Zahlen liegen dazu allerdings nicht vor. Gemäß der letzten Umsatzsteuerstatistik waren 2019 insgesamt 1.201 Unternehmen im stationären Lederwarenfachhandel tätig, die zusammen einen Nettoumsatz von 1,1 Milliarden Euro erzielten.

Nach BLE-Berechnungen wurden im Jahr 2019 Taschen, Koffer, Schulranzen und Kleinlederwaren im Wert von rund 2,7 Milliarden Euro an die Kunden abgegeben. Diese Zahl umfasst alle Vertriebswege – vom Fachgeschäft über den Online-Handel bis zu den Lebensmitteldiscountern. 2020 dürfte das Marktvolumen nach BLE-Schätzungen um mindestens eine halbe Milliarde Euro gesunken sein.