Gemeinsame Studie von Assima und SABU

Gemeinsame Studie von Assima und SABU

Trotz positiver Entwicklung seit dem Ende des Lockdowns ist die Situation in der Schuh- und Lederwarenbranche noch immer angespannt. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Befragung der Handelspartner der Verbundgruppen SABU Schuh & Marketing GmbH und Assima hoch 2 GmbH. „Ein strahlendes Licht am Ende des Tunnels – davon sind unsere Handelspartner noch weit entfernt. Die Folgen der Corona-Krise sind bislang nur sehr begrenzt erfassbar und noch nicht abschließend bewertbar“, so Günter Althaus von Assima hoch 2.

„Wir wollten in den zwei zentralen Segmenten des stationären Einzelhandels (Schuhe und Lederwaren) herausfinden, ob bei unseren Handelspartnern erste Post-Corona-Effekte erkennbar sind und wie sie diese einschätzen bzw. wie sie damit umgehen“, so SABU-Geschäftsführer Stephan Krug zu der Befragung.

Einflussfaktor: Standort-Gruppen

Ausgesprochen unterschiedlich werden die einzelnen Standort-Gruppen bewertet: Kritisch werden insbesondere die Nebengeschäftslagen in Innenstädten sowie die Sonder- und Gewerbegebiete gesehen.

„Die Nachfrage im Einzelhandel ist zurzeit eher beim Nachholbedarf bei Textilien und Sport“, so Gert Brecklinghaus von Brecklinghaus Lederwaren in Essen. „In diesen Bereichen – so höre ich – sind die Händler zufrieden und man erreicht schon fast 2019er Niveau oder besser. Der Lederwaren-Fachhandel braucht da noch einige Zeit. Wir haben zum Beispiel erst vor einer Woche einen der beiden Shops am Airport eröffnet. Da sind wir leider zu 100 Prozent von der Frequenz abhängig, die dort zurzeit bei nur 20 Prozent im Vergleich zu 2019 liegt.“

Einflussfaktor: Kommunikationswege

Die Handelspartner der Assima sowie des SABU haben in der Corona-Krise ihre Kommunikationswege zum Kunden neu bewertet. Ausgebaut wurden die Social-Media-Aktivitäten, insbesondere Facebook und Instagram. Von besonderer Bedeutung bleiben weiterhin die standortnahen Optionen wie Schaufenster-Werbung und Gehweg-Aufsteller.

„Die Corona-Krise hat gezeigt, wie sehr der Einzelne von der Gemeinschaft abhängig ist. Umso erfreulicher, dass die Handelspartner beider Verbundgruppen ihren Beitrag vor Ort leisten und sich mehrheitlich stark in den lokalen Communities wie Gewerbeverein oder Stadtmarketing einbringen“ so Stephan Krug.

Unterschiedliche Umsatzentwicklung

Spannend sind die Auswertungen der Entwicklung der Kundenfrequenzen und Umsätze im Vergleich Juni 2021 gegenüber Juni 2019. Im Durchschnitt reduzierte sich die Frequenz um rund 10 Prozent und der Umsatz um etwa 11 Prozent. Doch zeigen sich deutliche Schwankungen auf der Ebene der einzelnen Handelspartner. „Noch sind viele Kunden unsicher und ihre Kauflaune noch ausgesprochen gering ausgeprägt. Von Kaufen mit Spaß und Erlebniskauf sind wir – aus Sicht der Kunden – noch weit entfernt“, so Günter Althaus.

Stephan Krug ergänzt: „Die Zahlen unserer Handelspartner überraschen mich. Sie signalisieren eine deutlich bessere Entwicklung – wenn auch stark polarisierend – als ich sie erwartet habe. Denn auch im stationären Schuheinzelhandel sind ganz unterschiedliche Entwicklungen nach Wiedereröffnung der Geschäfte festzustellen. Standorte in kleineren und mittleren Zentren konnten durchaus von einer neuen Lust auf Sommerschuhe profitieren. Sorgen bereiten vor allem die Geschäfte in Einkaufszentren und 1a-Lagen in den Großstädten. Trotz steigender Impfquote scheinen sich die Konsumenten hier stärker zurückzuhalten, auch fehlen in- und ausländische Touristen.

Optimismus überwiegt

Rund 77 Prozent der Handelspartner des SABU blicken optimistisch in die Zukunft. Nur wenige – 4 Prozent – sehen sich existenziell gefährdet. 19 Prozent sind noch unsicher, wie sehr sich die Folgen der Corona-Krise auf die Wirtschaftlichkeit ihres Unternehmens auswirken wird. Etwas weniger optimistisch sind die Lederwarenhändler. Hier sehen sich sogar 19 Prozent existenziell gefährdet, wenn nicht innerhalb der nächsten zwölf Monate weitere Hilfen fließen, nur 70 Prozent sind optimistisch.

In der Corona-Krise hat der Staat umfangreiche Unterstützungsleistungen dem stationären Einzelhandel in Aussicht gestellt bzw. erbracht. Lange wurde die Diskrepanz zwischen Genehmigung der Anträge und tatsächlicher Auszahlung der Unterstützungsleistung kritisiert. Die Stimmung scheint sich jedoch etwas aufzuhellen: 57 Prozent der Assima-Händler sind zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit der Unterstützungsleistung der Bundesregierung, nur 7 Prozent der Befragten sind sehr unzufrieden. Die SABU Handelspartnern sehen die Arbeit der Bundesregierung etwas kritischer: Hier sind 49 Prozent eher zufrieden oder sehr zufrieden, aber 17 Prozent sehr unzufrieden.

Hier können Sie sich die Grafiken der Studie downloaden.