Mime & moi ist vor allem bekannt für seine höhenverstellbaren Absätze.

Insolvenzverfahren über Mime GmbH eröffnet

Insolvenzverfahren über Mime GmbH eröffnet

Das insolvente Münchener Schuh-Label Mime et moi soll durch den Einstieg eines Investors saniert und gerettet werden. Zu diesem Zweck hat der vorläufige Insolvenzverwalter Axel W. Bierbach von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen (München) einen M&A-Prozess gestartet. Bierbach sucht nach einem Käufer, der dem Start-up frisches Kapital zuschießen und den gesamten Betrieb mit seinen 18 Mitarbeitern fortführen kann.

Die Mime GmbH hatte am 30. September 2021 beim Amtsgericht München Insolvenzantrag stellen müssen, nachdem sie aufgrund des Nachfragerückgangs in Folge der Covid-19-Pandemie und der mangelnden Finanzierungsbereitschaft bisheriger Investoren in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. Am 14. Oktober eröffnete das Amtsgericht München das vorläufige Insolvenzverfahren und bestellte Rechtsanwalt Axel Bierbach zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

Die Mime GmbH, deren Gesellschafterin die Firma Flexheel GmbH ist, wurde im Jahr 2013 mit dem Ziel gegründet, Damenschuhe mit höhenverstellbaren Absätzen auf den Markt zu bringen. Bei den patentierten Schuhen des Labels Mime et moi lassen sich die Absätze durch ein Hebelsystem wechseln und in Höhe, Form und Farbe einfach austauschen. Das Unternehmen designt die Schuhe selbst und lässt diese dann von kleinen, spezialisierten Produktionsbetrieben in Spanien und Portugal herstellen.

An seinem Hauptsitz in München-Perlach betreibt Mime et moi einen Showroom, setzt den größten Teil der Schuhe aber über einen eigenen Online-Shop ab; zudem besteht eine deutschlandweite Kooperation mit Hochzeitsboutiquen. Im Jahr 2020 nahm das Unternehmen zusätzlich Accessoires wie Mützen, Schals und Handtaschen in das Produktsortiment auf, später auch andere Schuhe wie Loafer, Sneakers und Boots. Die Ready-to-Wear-Produkte werden in Auftragsfertigung von drei Produktionsstandorten in Italien, Polen und der Ukraine an die Mime GmbH ausgeliefert.

„Wir setzen all unsere Bemühungen daran, das Unternehmen mit seinem besonderen Geschäftskonzept zu erhalten und ihm mit Hilfe eines Investors eine Zukunftsperspektive bieten zu können“, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Axel Bierbach. Unter der Führung eines geeigneten Investors besitze das Unternehmen mit seinem patentierten Produkt, seiner Expertise im Marketing und dem modernen Internetauftritt mit eigenem Online-Shop das Potenzial, sich perspektivisch am Markt behaupten zu können. Die Expertise der Mime GmbH in den Bereichen Content, Produktion, Vertrieb, Infrastruktur, Marketing und Design könne einem branchennahen Investor zudem die Chance bieten, Synergien zu seinem Bestandsgeschäft zu nutzen.

Ausgebremst wurde Mime et moi durch die Covid-19-Pandemie, die aufgrund geschlossener Läden und eines Rückgangs von Festivitäten wie Hochzeiten zu einem erheblichen Erlös- und Liquiditätsrückgang geführt hatte. Dazu kamen steigende Produktionskosten und die vorübergehende Schließung der Produktion aufgrund von Rohstoffmangel.

Mime et moi-Geschäftsführer Tim Haas ist sicher, dass das Unternehmen mit Unterstützung eines finanzkräftigen Investors den Marktdurchbruch schaffen wird. „Wir sind davon überzeugt, dass wir ein einzigartiges Produkt mit überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial haben, in dem sich Fashion und Funktion in idealer Weise vereinen.“

Der vorläufige Insolvenzverwalter Bierbach kündigte an, den Verkaufsprozess bis Ende des Jahres 2021 abschließen zu wollen. Bereits am 1. Dezember soll das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Mime GmbH eröffnet werden.