Umsätze im E-Commerce weiter rückläufig

Umsätze im E-Commerce weiter rückläufig

Nach einer schwächeren ersten Jahreshälfte sind die Gesamtumsätze im E-Commerce mit Waren von Anfang Juli bis Ende September erneut gesunken. Sie gingen nominal, d.h. nicht inflationsbereinigt, weiter um 10,8 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro (butto) zurück. Besonders dramatisch war der Umsatzeinbruch im Bereich Schuhe mit -22,3 Prozent. Nach 1,243 Milliarden Euro im Vorjahr wurden im dritten Quartal online nur noch 966 Millionen Euro mit Schuhen umgesetzt.

Insgesamt sei ein Rückfall auf das Niveau vor der Pandemie dennoch nicht erkennbar, beurteilt der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) die Situation. Die aufgelaufen Umsätze der ersten drei Quartale dieses Jahres liegen 4,4 Prozent unter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, aber 15,0 Prozent über dem Jahr 2020 und noch immer 27,2 Prozent über 2019.

„Der E-Commerce kann sich nicht von der Konsumstimmung abkoppeln. Sogar in Warengruppen, die noch ein leichtes Plus ausweisen, resultiert dies bestenfalls aus der allgemeinen Preissteigerung. Allerdings ist dies kein strukturelles Problem des Vertriebswegs „Internet“. Die Branche ist im dritten Quartal trotz der gegenwärtigen Krise des gesamten Handels gegenüber dem letzten Vor-Corona-Jahr 2019 noch immer 16 Prozent im Plus”, erklärt Martin Groß-Albenhausen, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des bevh.

Die schlechte Konsumlaune drückt sehr unterschiedlich auf die Umsätze der Händler. Mit einem Umsatzrückgang von 21,5 Prozent zum Vorjahresquartal trifft es abermals die Multichannel-Händler am stärksten. Deutlich geringer fällt das Minus bei Online-Markplätzen (-9,2 Prozent) und Online-Pureplayern (-9,1 Prozent) aus. Am stabilsten konnte sich der digitale Direktvertrieb der Hersteller halten (-2,5 Prozent). Für besonders strahlkräftige Marken könnte sich in der Konsumkrise auszahlen, dass sie eine direkte und engere Bindung mit ihren Kunden unterhalten, vermutet der bevh.