Modefilialist betreibt 19 Filialen in Deutschland

Modefilialist betreibt 19 Filialen in Deutschland

Die Corona-Krise hat auch den Modefilialisten Reserved in finanzielle Schwierigkeiten gebracht. Die deutsche Tochter des polnischen Modekonzerns LPP hat deshalb beim Amtsgericht Hamburg einen Antrag auf Eröffnung eines Schutzschirmverfahrens gestellt. Dieser wurde am 9. Juni genehmigt. Die LPP Deutschland GmbH betreibt hierzulande 19 Modeläden der Marke Reserved sowie fünf Online-Shops und beschäftigt 494 Mitarbeiter. Der Betrieb in den deutschen Filialen sowie den Onlineshops läuft regulär weiter.

„Die Eröffnung des Schutzschirmverfahrens ist die wirtschaftliche Folge der Corona-Krise“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. „Bedingt durch die für mehrere Wochen angeordneten Kontaktbeschränkungen und die flächendeckenden Storeschließungen, entfiel dem Unternehmen der gesamte Umsatz der Reserved-Filialen.“ Auch nach der Wiedereröffnung hätten die Umsätze in den Läden deutlich unter Vorjahresniveau gelegen. „Die bisher entstandenen finanziellen Ausfälle können auf längere Sicht nicht kompensiert werden“, begründet das Unternehmen den Gang zum Insolvenzgericht.

Das Unternehmen will sich nun unter dem Schutzschirm sanieren. Vor allem bei den Mieten drückt Reserved offenbar der Schuh. „Insbesondere mit unseren Vermietern werden wir in noch intensivere Gespräche gehen, um im partnerschaftlichen Dialog tragbarere Lösungen für die Weiterführung unserer Mietverhältnisse zu erarbeiten“, kündigte Geschäftsführer Martin Kanngiesser an.

Matthias Wolgast von der Kanzlei Münzel & Böhm fungiert als vorläufiger Sachwalter. Den Posten des Generalbevollmächtigten übernahm Arno Doebert von der auf Insolvenzrecht spezialisierten Kanzlei Reimer Rechtsanwälte. Martin Kanngiesser bleibt als Geschäftsführer im Amt. In Sanierungs- und Insolvenzfragen wird LPP Deutschland von der Rechtsanwaltsgesellschaft Möhrle Happ Luther beraten.

Die polnische Muttergesellschaft LPP mit Sitz in Danzig betreibt insgesamt fast 1750 Filialen und setzt 2,2 Milliarden Euro im Jahr um.