HDE kritisiert Gewerkschaft und warnt vor Überlastung vieler Unternehmen

HDE kritisiert Gewerkschaft und warnt vor Überlastung vieler Unternehmen

Die Beschäftigten im hessischen Einzel- und Versandhandel erhalten mehr Geld. Die Tarifparteien haben sich nach fast sechsmonatigen Verhandlungen auf einen Tarifabschluss geeinigt. Danach werden die Gehälter rückwirkend zum 1. August um 3,0 Prozent und zum 1. April 2022 um weitere 1,7 Prozent angehoben. Vereinbart wurde außerdem, die Ausbildungsvergütungen in beiden Tarifjahren in allen drei Ausbildungsjahren um 30 Euro anzuheben. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. März 2023.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht die Branche von der Gewerkschaft Ver.di erpresst und in Teilen überfordert. Der durch den Lockdown zwangsgeschlossene Nicht-Lebensmitteleinzelhandel habe erhebliche Umsatzverluste hinnehmen müssen und sich bis heute noch nicht erholen können. „Angesichts der schwierigen und für viele Nicht-Lebensmittelhändler verlustreichen Corona-Jahre 2020 und 2021 ist es sehr enttäuschend, dass Ver.di in dieser für große Teile der Branche so außergewöhnlichen Zeit nicht zu den dringend notwendigen Differenzierungen bereit war. Bis zuletzt haben die Arbeitgeber intensiv für einen ausgewogenen und für alle Branchen des Einzelhandels insgesamt verkraftbaren Tarifabschluss gekämpft. Doch die Arbeitgeber wurden durch massive Streikaktivitäten in verantwortungsloser Art und Weise zu diesem für viele Nicht-Lebensmittelhändler überfordernden Tarifabschluss gezwungen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.