Adidas schließt Speedfactories

vom 11.11.2019

Technologie wird künftig bei Zulieferbetrieben in Asien eingesetzt

Vier Jahre, nachdem der Sportartikelhersteller Adidas im fränkischen Ansbach seine viel beachtete erste Speedfactory eröffnete, wird das Experiment wieder beendet. Wie Adidas mitteilte, werden die beiden Speedfactories in Ansbach und im amerikanischen Atlanta spätestens im April 2020 geschlossen. In den beiden Fabriken wurden jährlich rund eine Million Paar Laufschuhe gefertigt.

Stattdessen wird Adidas seine Speedfactory-Technologien zur Produktion von Sportschuhen ab Ende dieses Jahres bei zwei seiner Zulieferbetriebe in Asien einsetzen. Das Unternehmen verspricht sich davon eine bessere Ausnutzung bestehender Produktionskapazitäten, Flexibilität in der Produktgestaltung, höhere Stückzahlen und niedrigere Kosten. Die Kombination bestehender technischer Möglichkeiten der Zulieferer mit den neuen, in Ansbach und Atlanta entwickelten Fertigungsmethoden soll künftig mehr Varianten der Speedfactory-Schuhmodelle zulassen. Diese sollen sich, wie bisher, durch eine besonders kurze Fertigungszeit auszeichnen.

„Die Speedfactories haben wesentlich dazu beigetragen, unsere Fertigungsinnovation und -fähigkeit zu fördern“, so Martin Shankland, Beschaffungs-Vorstand. „Durch verkürzte Entwicklungs- und Produktionsvorlaufzeiten haben wir für ausgewählte Kunden kurzfristig individuelle und anlassbezogene Produkte entwickelt.“ Künftig sollen nicht mehr nur Laufschuhe, sondern auch Modelle weiterer Produktkategorien mit der Speedfactory-Technologie produziert werden.

Noch nicht bekannt ist, ob und wie viele der 160 Jobs in der Ansbacher Speedfactory wegfallen. Diese wird vom Kooperationspartner Oechsler AG betrieben. Deren Vorstandschef Dr. Claudius Kozlik bedauert die Entscheidung, „auch wenn wir die Beweggründe von Adidas verstehen, die Speedfactory-Produktion bei Oechsler einzustellen“. Das Unternehmen werde aber weiterhin im Bereich von Sohlen für Schuhe mit der Boost-Technologie, für Fußballschuhe und beim Druck von 4D-Sohlen mit Adidas zusammenarbeiten.