Bawag-Affäre um Stiefelkönig abgeschlossen

vom 11.02.2015

Staatsanwaltschaft Wien hat das Verfahren eingestellt

Die Affäre über die Übernahme der österreichischen Schuhhandelskette Stiefelkönig durch die Bank Bawag Anfang der 2000er Jahre ist endgültig abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft Wien hat das Verfahren gegen Bawag-Mitarbeiter eingestellt. 2003 hatte die Bank ihre Forderungen an dem finanziell ins Straucheln geratenen Schuhfilialisten in eine 100-Prozent-Beteiligung an Stiefelkönig umgewandelt.

Strafrechtlich ging es später um die Fragen, ob dem angeschlagenen Unternehmen die Kredite überhaupt hätten eingeräumt werden dürfen und ob die Eigentümerfamilien bei der Übernahme zu Unrecht geschont worden waren, denn die Bank hatte haftendes Privatvermögen wie Villen in Graz oder eine Liegenschaft am Wörthersee freigegeben. Die Staatsanwaltschaft ermittelte deshalb wegen des Verdachts der Untreue. Wegen anderer Delikte war Ex-Bawag-Chef Helmut Elsner in einem anderen Verfahren bereits zur Höchststrafe von zehn Jahren verurteilt worden und konnte deshalb nicht mehr belangt werden. Daher kam es nun zur Einstellung.