Geox: 12 Millionen Euro Mieten nicht gezahlt

vom 31.07.2020

Umsatz beim italienischen Schuhkonzern um fast 40 Prozent eingebrochen

Die Covid-19-Pandemie hat auch das börsennotierte Schuhunternehmen Geox hart getroffen. Der Umsatz im ersten Halbjahr brach um 39 Prozent auf 244 Millionen Euro ein. Daran konnte auch der 40-prozentige Zuwachs im E-Commerce nichts ändern. Aus diesem Grund fährt das italienische Unternehmen seine Investitionen zurück. Statt der geplanten 40 Millionen Euro will Geox nur noch 25 Millionen in Neueröffnungen und Umbauten investieren. Die Einkäufe für die kommende Herbst/Winter-Kollektion sollen gegenüber dem Vorjahr um über 20 Prozent oder 40 Millionen Euro geringer ausfallen. Nicht verkaufte Ware aus der aktuellen Saison soll als Übergangsware erneut in diesem Herbst oder erst im nächsten Frühjahr angeboten werden.

Weil während des Lockdowns die Läden geschlossen blieben, hat Geox, das weltweit rund 450 eigene Läden betreibt, Mieten in Millionenhöhe nicht bezahlt. Insgesamt wurden im zweiten Quartal Zahlungen in Höhe von 12 Millionen Euro an Vermieter ausgesetzt. Nach der Wiedereröffnung der Geschäfte zahlte Geox nur noch Mieten anhand der Umsatzentwicklung. Derzeit verhandelt Geox mit den Vermietern über die Einführung variabler Mieten auf der Grundlage des Umsatzniveaus, zumindest so lange die Besucherzahlen aufgrund der restriktiven Maßnahmen und des starken Rückgangs der Touristenzahlen geringer ausfallen. „Bis heute haben sich diese Gespräche mit Vermietern zweifellos als herausfordernd erwiesen“, teilte Geox mit. Eine Reihe von Vereinbarungen sei inzwischen unterzeichnet worden. Sollten keine Lösungen gefunden werden, behält sich das Unternehmen Kündigungen der Mietverträge vor.

Wegen der unsicheren Situation wagt das Unternehmen keinen Jahresausblick. Erste positive Anzeichen sieht Geox in den sich erholenden Umsatzzahlen in Ländern wie Deutschland, Österreich, Frankreich, China und Osteuropa.