Görtz fordert umsatzabhängige Mieten

vom 19.05.2020

Hamburger Schuhhändler hat alle Filialen wieder geöffent

Der Hamburger Schuhfilialist Görtz fordert eine Änderung des Mieten-Markts und eine schnellere Reaktion auf Veränderungen. Denn Händler seien abhängig von Frequenzen, die sie nicht immer beeinflussen könnten. Neben dem Personal seien die Mieten der größte Kostenblock. Deshalb appelliert Görtz-Geschäftsführer Frank Revermann insbesondere an große Vermieter: „Es darf keine Mindestmieten geben. Stattdessen sollte es umsatzabhängige Mieten geben, die monatlich angepasst werden können. Mit einigen Vermietern haben wir bereits solche Vereinbarungen und das funktioniert gut. Schließlich hat kein Vermieter etwas davon, wenn seine Mieter zahlungsunfähig sind. Leerstände kommen Vermietern viel teurer zu stehen.“

Der Schuhhändler hat bundesweit alle 180 Filialen wiedereröffnet. Wie alle Filialisten müsse sich auch Görtz mit einem Flickenteppich an Vorgaben und Regelungen in den verschiedenen Bundesländern, was die Öffnung und die Hygienemaßnahmen betrifft, auseinandersetzen. Kunden reagierten noch verunsichert und hätten Angst rauszugehen. So wundere es nicht, dass sie online-affiner geworden seien und dem Görtz-Onlineshop, der derzeit zu einem Online-Marktplatz auch für andere Schuhmarken wie zum Beispiel Lloyd, Apple of Eden und Affenzahn Kinderschuhe transformiert wird, steigende Umsätze beschert hätten.

Revermann, Geschäftsführer für Vertrieb, Marketing, E-Commerce und Expansion, ist dennoch davon überzeugt, dass der stationäre Handel nicht nur die Innenstädte am Leben erhält, sondern auch ein entscheidender Erfolgsfaktor für das eigene Geschäft ist. „Es reicht nicht aus, nur im Bereich E-Commerce state of the art zu sein, ein starkes Filialnetz ist ebenso wichtig“, so Frank Revermann. Görtz setzt daher auf die Verzahnung von Online- und Stationärgeschäft.

Derzeit, ob nun in Hamburg, Berlin, Frankfurt oder München, sind die Öffnungszeiten meistens auf 11 bis 18 Uhr verkürzt. Dabei stehen die Hygienevorschriften zum Schutz von Kunden und Mitarbeitern klar im Vordergrund. An großen Standorten kontrolliert ein Mitarbeiter darüber hinaus den Einlass und die Kunden bekommen zum Beispiel einen Schuhlöffel in die Hand, um ins Geschäft zu dürfen.