HDS/L fordert Deregulierungen

vom 25.06.2020

Mitgliederversammlung des Bundesverbands der Deutschen Schuh- und Lederwarenindustrie

Der Bundesverband der Deutschen Schuh- und Lederwarenindustrie (HDS/L) befürchtet neue Regulierungen, Auflagen und Steuern für die Europäische Wirtschaft. Aufgrund der Corona-Pandemie fordert der Verband daher „ein umfassendes Moratorium und Deregulierungen“. Dies sagte der Vorstandsvorsitzende Carl-August Seibel anlässlich der turnusmäßigen Mitgliederversammlung am 24. Juni in Offenbach, zu der über 20 Mitglieder erschienen waren. Ebenso viele Mitglieder waren virtuell präsent.

Die deutsche Bundesregierung könne sich ihrer Verantwortung für die deutsche Industrie auch in ihrer in wenigen Tagen beginnenden EU-Ratspräsidentschaft, die am 31. Dezember enden wird, beweisen, sagte Seibel. Beunruhigende Strömungen im Außenhandel: der nach wie vor ungeregelte Brexit, der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie die protektionistischen Maßnahmen in der Türkei verunsichern die Branche. Insolvenzen und kritische Entwicklungen wichtiger Handelspartner bereiten im Inland Sorge: „Das Schutzschirmverfahren der Galeria Karstadt Kaufhof läuft für die Lieferanten alles anderes als zufriedenstellend“, bedauert HDS/L-Vorstand Lederwaren Achim Bruder. Insbesondere für Handtaschen und Reisegepäck sei die Warenhauskette ein wichtiger Kunde.

Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung betrachtet der Bundesverband mit Sorge: Die Corona-Krise habe erhebliche Auswirkungen auf die Schuh- und Modebranche. Echte Konsumfreude lasse sich nur bedingt zu beobachten. Laut einer aktuellen Umfrage rechnet rund die Hälfte der HDS/L-Mitglieder in den nächsten beiden Saisons mit Umsatzausfällen von 20 Prozent und mehr.

Seit der letzten Versammlung im Mai 2019 sind drei neue Mitglieder hinzugekommen: die Firmen AstorMueller AG und Filii GmbH als ordentliche Mitglieder sowie BASF Polyurethanes GmbH als Fördermitglied. Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurden Vorstand und Geschäftsführung einstimmig entlastet. Auch der Jahresabschluss wurde einstimmig genehmigt, der Etatvorschlag für 2020 angenommen.