Sport Voswinkel schließt 22 Filialen

vom 26.07.2019

Sporthandelskette setzt Sanierung in Eigenverwaltung fort

Die Sporthandelskette Voswinkel setzt die Sanierung in Eigenverwaltung fort. Das Amtsgericht Dortmund hat durch Beschluss vom 25. Juli 2019 die Verfahrenseröffnung und die Fortführung des Unternehmens in Eigenverwaltung für die deutschlandweit agierende Voswinkel-Kette angeordnet. Seit 24. April 2019 befand sich das Unternehmen in einem sogenannten Schutzschirmverfahren. Das Schutzschirmverfahren ist eine Sonderform des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung, das nur Unternehmen offensteht, die eine Aussicht auf eine Sanierung haben.

Die Sanierung der Sport Voswinkel GmbH & Co. KG geht damit planmäßig weiter. Es ist beabsichtigt, dass der Insolvenzplan in Kürze beim Amtsgericht eingereicht wird. Die Restrukturierungsmaßnahmen sehen auch die Beendigung der Mietverträge von 22 Filialen zum 31. Oktober 2019 vor. Zudem werden das Warenverteilzentrum in Bochum und die Zentrale in Dortmund personell verkleinert. Insgesamt sind 275 Arbeitsplätze davon betroffen.

„Wir bemühen uns weiterhin, für die betroffenen Filialen einen Käufer zu finden und so möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Zurzeit prüfen wir die vorliegenden Angebote“, sagt Marcus Neul, Geschäftsführer der Sport Voswinkel GmbH & Co. KG. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter von Sport-Voswinkel werden ab 1. August wieder vom Unternehmen gezahlt. Während des Schutzschirmverfahrens hatte die Agentur für Arbeit die Zahlungen übernommen.

Die Eigenverwaltung bietet Unternehmen einen rechtlichen Rahmen, um sich bei laufendem Geschäftsbetrieb in enger Abstimmung mit den Gläubigern neu aufzustellen. Im Unterschied zu einem regulären Insolvenzverfahren bleibt dabei die unternehmerische Verantwortung in den Händen der Geschäftsführung, die die Sanierung selbst steuert; bei Sport Voswinkel sind dies Anna-Lena Schulte-Angels und Marcus Neul. Ihnen zur Seite gestellt ist der Sanierungsexperte Dr. Lorenzo Matthaei von der Kanzlei Finkenhof Rechtsanwälte. In der Eigenverwaltung setzt das zuständige Amtsgericht keinen Insolvenzverwalter, sondern einen sogenannten Sachwalter ein. Dieser überwacht, ähnlich wie ein Aufsichtsrat, das Verfahren im Interesse der Gläubiger. Als Sachwalter wurde Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger von der Kanzlei White & Case bestellt.