August Bard Bringéus (rechts) und Jakob Dworsky (links) wollen die Garderobe ihrer Kunden reduzieren.

Arte, 14.10., 19:40-20:15 Uhr

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Immer mehr Kollektionen in immer kürzerer Zeit, in geringer Qualität, zu niedrigen Preisen. Das ist Fast Fashion. Schluss damit, sagt eine neue Generation von Modemachern. Ihr Credo: Weniger ist mehr! Sie versuchen erst gar nicht ständig neue Trends zu setzen, sondern denken Mode radikal anders. Mit zeitlosen Designs, die nachhaltig und fair produziert werden und im Idealfall ein Leben lang halten.

Die weltweite Textilproduktion hat sich seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt. Geschätzte 80 Milliarden Kleidungsstücke werden jedes Jahr verkauft. Doch immer mehr Klamotten werden immer weniger getragen. Und manche bleiben gleich ganz im Schrank liegen. Fast Fashion treibt diese Entwicklung massiv voran. Die Marktführer bieten bis zu 24 Kollektionen im Jahr. Weil Mode so günstig ist, ist sie längst zum Wegwerfartikel geworden. Die Modetrends von heute sind die Kleider-Müllberge von morgen.

Zwei junge Schweden wollen die Fast Fashion Giganten herausfordern. August Bard Bringéus und Jakob Dworsky sind die Gründer von Asket. Mit ihrem Mode-Startup wollen sie die Branche nachhaltig umkrempeln: „Wir machen Anti-Fashion. Bei uns gibt es nur eine einzige Kollektion. Damit brechen wir mit den Regeln der Modeindustrie, der es nur darum geht, sich ständig erneuern zu müssen.“ Ihre Mode ist eine radikale Reduktion: keine Trends, sondern Basics, die ein Leben lang halten sollen. Bei der Produktion setzen sie auf größtmögliche Transparenz. Lieferketten, Arbeitsbedingungen und Herstellungskosten werden offengelegt. Die Herkunft aller Materialien, von der Faser bis zum Knopf, soll für den Kunden nachvollziehbar sein.

Zeitlos schöne Mode machen, das ist auch der Anspruch von Gitta und Peter Plotnicki und ihrem Label Merz b Schwanen. Dafür haben die Modedesigner aus Berlin eine fast vergessene Textilfabrik auf der Schwäbischen Alb zum Leben erweckt. Hier drehen sich nun wieder alte Rundwirkmaschinen und produzieren klassische Oberteile, die keinem Trend hinterherlaufen wollen. Slow Fashion im wahrsten Sinne: Für den Stoff eines Shirts braucht eine Maschine fast eine Stunde. Langsamer kann man kaum produzieren. Die Modedesigner sind überzeugt, dass ihre Retro-Hemden auch heute noch begeistern können: „Gewisse Klassiker haben kein Verfallsdatum. Die waren schon vor 100 Jahren super aktuell und sind es heute noch.“

Wiederholung

Arte, 15.10., 12:15-12:50 Uhr