Von links: Karl Müller III (v.l.) und Karl Müller IV haben die Markenrechte des traditionellen Schweizer Qualitätslabels Kandahar von Manuel von Allmen übernommen. Künftig werden die Schuhe in Sennwald unter der Leitung von Markus Bartholet produziert. Foto: Ralph Dietsche

Joya- und Kybun-Inhaber sichern Zukunft der Schweizer Schuhmarke

Joya- und Kybun-Inhaber sichern Zukunft der Schweizer Schuhmarke

Die Thurgauer Unternehmerfamilie Karl Müller (Kybun & Joya) hat die traditionelle Schuhmarke Kandahar übernommen. Mit dem Besitzerwechsel wird der Produktionsstandort von Gwatt schrittweise nach Sennwald verlegt.

Das Unternehmen des bisherigen Inhabers Manuel von Allmen fertigt seit 1932 Schuhe. Zu Spitzenzeiten produzierte das Familienunternehmen in seiner Schuh-Manufaktur im Berner Oberland mit den 30 Mitarbeitern 15.000 Paar Schuhe pro Jahr. Die Verkaufszahlen sind in den vergangenen Jahren unter anderem wegen der immer wärmer werdenden Winter und der Corona-Situation eingebrochen. Im Juli war das Traditionsunternehmen zudem noch von Hochwasser betroffen.

Produziert werden die Kandahar-Schuhe künftig in der bestehenden Kybun-Manufaktur in Sennwald. „Wir sehen ein stark wachsendes Interesse an echten Schweizer Schuhen im In- und Ausland“, sagt Karl Müller IV. Das erste Modell der neuen Kandahar-Ära wird voraussichtlich im Herbst 2022 auf den Markt kommen.

Karl Müller III hat 1997 den MBT-Schuh auf den Markt gebracht und revolutionierte mit der „abrollenden Sohle“ die weltweite Schuhindustrie. Der MBT-Schuh verkaufte sich weltweit über 10 Millionen Mal. 2006 hat Karl Müller die MBT-Markenrechte verkauft. Im selben Jahr gründete sein Sohn Karl Müller IV zusammen mit seinem Geschäftspartner Joya Schuhe und entwickelte einen besonders rückenfreundlichen Schuh. Drei Jahre später lancierte Karl Müller III den Luftsohlen-Schuh Kybun und holte mit diesem die industrielle Schuhproduktion zurück in die Schweiz. Aktuell verkauft Kybun pro Jahr 120.000 Paar Schuhe und Joya 210.000 Paar.

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